Gedichte neu

Gedichte neu
Foto: A. Bruderer

2018

die zeit anhalten
die zeit anhalten
die uns bleibt
wenn wir
miteinander
den weg gehen
die zeit anhalten
die uns bleibt
wenn wir uns halten
an der hand
für einen augenblick nur
die zeit anhalten
die uns bleibt
wenn wir das lied singen
und uns treiben lassen
ins uferlose
16.1.18

mit wenigen worten
mit wenigen worten
das neue schreiben
das was bleibt
im zeitenstrom
18.1.18

wir haben uns mitgenommen
wir haben uns mitgenommen
bis ins mitternachtsblau
bis ins gelbe haus
wo der vogel singt
und wir uns einloten
ins vergessen
19.3.18

gefunden
gefunden
hinter den schimmernden zeitzeichen
das juwelenhaus
mit den sumpflilien
und im regenbogenhaus
das leuchten
der lotuszeit
11.6.18

erwacht
erwacht
im buchstabengewirr
mit viel müdigkeit
noch
höre ich den entschwundenen klang
meiner traumzeit
noch
singe ich das lied
18.1.18

leer geworden
leer geworden
bis auf die innenhaut
öffne ich
meine geschlossenen hände
dir zu begegnen
wenn die zeit abbricht
im raumlosen
24.6.18

sprachzeichen gesetzt
sprachzeichen gesetzt
zwischen die gebetsfahnen
in den blauen himmel
der unendlichkeit
25.6.18

beheimatet
beheimatet
im spiel der wörter
öffne ich die tür
die mich wegträgt
ins wortlose
30.6.18

mir vorgenommen
mir vorgenommen
einen wimpernschlag nur
ein gedicht zu schreiben
das alles enthält
mir vorgenommen
ins leere haus meiner gedankenfülle
zu schreiben
5.9.18

sonntagmorgen im zug
sonntagmorgen im zug
die leeren sitze vor mir
neben mir
gesprächsfetzen
ich höre
ich sehe
ich lebe
24.10.18

die vergangene zeit einholen
die vergangene zeit einholen
mit meinen grau gewordenen wörtern
gefunden damals
als der wind schrie
und wir gingen
gegen den wind
atemlos
25.10.18

mich einordnen
mich einordnen
in diese fliessende zeit
den flügelschlag spüren
bis sie kommt
dieses augenblickszeit
dieses noch nicht
das mich erdet
das mich weitet
im uferlosen
25.10.18